Kategorie: Allgemein, Hochzeit

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Vor ein paar Wochen hatte ich ein ganz besonderes Fotoshooting. Es war ein Fototermin mit einem Brautpaar. Einem ganz jungen, dessen Hochzeit erst ein paar Monate her war.

Wir hatten uns über eine außergewöhnliche Aktion kennengelernt. Vor über einem Jahr hatte ich zufällig den aufwändig inszenierten Hochzeitsantrag fotografiert, den Jan seiner Angie gemacht hatte. Über Facebook suchte ich dann nach dem Paar. Mit Hilfe der Bild-Zeitung fand ich sie auch. Es gab darüber mehrere Artikel. Ich verlinke die Artikel am Ende des Beitrags.

Nach der Hochzeit, nach der Hochzeitsreise fragte ich beide, ob sie nicht mal Lust und Laune hätten, ein besonderes Hochzeitsshooting zu machen. Sie ziehen dabei ihre Hochzeitssachen an, das schicke, weiße Brautkleid und er seinen dunklen Anzug. So schick angezogen werden dann Paar-Fotos gemacht, verrückte Fotos, um es genauer zu sagen. Dabei können die Sachen auch schmutzig werden. Unter der Bezeichnung „Trash the dress“ – ist diese Art des Paarshootings bekannt.

Angie und Jan hatten sofort Feuer gefangen und brannten für diese Idee. Wir trafen uns zu einem ersten Gespräch in dem Café, in dem sie ihre Hochzeitstorte bestellt hatten. Das Café „Verzuckert“ ist eines der vielen hippen und kreativen Läden in Friedrichshain. Verzuckert sollten die Bilder aber nicht aussehen. Eher verrückt und außergewöhnlich, darüber waren wir uns schnell einig. Ja, und kaputt sollten die Sachen auch nicht gehen. Schmutzig ja, aber eben nicht richtig kaputt.

Während wir gemütlich bei Kaffee und Kuchen saßen (Jan trank Tee und aß keinen Kuchen), entwickelten wir bereits Bildideen. Ich wollte vor allem die Ideen von Angie und Jan einfließen lassen. Sie sollten sich in den Bilder wiederfinden. Sport, Deutschlandfahne, verlassener Bahnhof, vielleicht ein einsamer Bootssteg, Bahngleise und eine Küche – alles Gedanken, die schnell zu Bildideen führten. „Toll!“ dachte ich, als wir nach über einer Stunde Brainstorming auseinander gingen. Das wird eine gute Sache. Meine anfänglichen Bedenken, wurden durch die Begeisterung der Beiden schnell bei Seite geschoben und machten Zuversicht Platz.

Ein freier Samstag wurde schnell gefunden. Einen großen Spielplatz, mit vielerlei Spielgeräten, fanden wir in Marzahn, den verlassenen Bahnhof in Tiefensee und dank einer Suchanfrage auf Facebook, fanden wir auch einen Bootssteg. Der war zwar nicht einsam, aber dafür frei zugänglich und ein Boot oder Schiff legte ehr selten dort an. Na und eine Küche hatten wir auch schnell gefunden.

An dem geplanten Tag trafen wir uns bei uns zu Hause. Angie und Jan brachten nicht nur ihre Hochzeitssachen mit, sondern neben allerlei Accessoires auch einen frisch gebackenen Kuchen auf einem rosafarbenen Tortenteller. Angie backt gern Kuchen. Und der Bräutigam sollte dann über eine Leiter durch das geöffnete Küchenfenster ein Stück Kuchen klauen. So die Idee, die schnell umgesetzt war. Angie vermochte es großartig, die pinkfarbene Fliegenklatsche zu schwingen. 🙂

Anschließend sollte auf dem Spielplatz fotografiert werden. Klimmziehen, Rutschen, Wippen, Karussell fahren waren dabei nur einige Idee. Leider fielen die meisten Bilder ins Wasser, denn es begann zu regnen. Da es nicht aufhören wollte, verließen wir Marzahn und fuhren nach Tiefensee.  Wir hofften, während der knapp einstündigen Fahrt würde es aufhörten zu regnen.

Und tatsächlich! An dem verlassenen Bahnhof in Tiefensee angekommen, regnete es nicht mehr. Sehr gut, dachten wir! Doch die nächste Überraschung wartete auf uns. Das ach so verlassene Gleisbett war in zwischen so zugewachsen (wir waren vor einem Jahr das letzte Mal dort gewesen), dass man von den  Schienen gar nichts mehr sah. Mist!

Aber ein alter Güterwagen weckte unsere Fantasie und so agierten Angie und Jan an, vor und in ihm. Höhepunkt der Session war eine kräftig geschüttelte Flasche Bier (Berliner Pilsner versteht sich), deren Inhalt sich als Bierschaum über das schöne Brautkleid und dem dunklen Anzug des Bräutigams ergoss. Was für ein Spaß!

Inzwischen hatte es erneut angefangen zu regnen. Doch Angie und Jan waren nun so richtig in Fahrt und so hielt sie der Regen nun erst recht nicht mehr ab.

Ein Stückchen weiter waren die Bahngleise noch nicht von der Natur einverleibt. Dort fanden wir eine Stelle, um die nächsten Fotos zu schießen. Balancierend, sitzend, rennend und Fahnen schwenkend – Angie und Jan hatten ihre Freude. Höhepunkt der Session – Angie sprang in eine große Pfütze!  Ich war fassungslos!

Zum Schluss sollte Angie die Deutschlandfahne schwenken und dabei auf dem Dach eines Autos sitzen. Nur gut, dass wir eine Leiter dabei hatten! Schnell war Angie auf dem Dach positioniert und die anfängliche Scheu (Hält das Dach?!) war schnell vorbei. Zur Belustigung der Vorbeifahrenden entstanden die letzen Bilder. Herrlich!

Es war ein genialer Tag, den wir in trockener Kleidung bei einer Tasse Kaffee und leckerem Kuchen (Jan trank wieder Tee und aß keinen Kuchen 😉 ausklingen ließen.

Für mich war es eine tolle Erfahrung. Die ich gern weiter ausbauen möchte. Ich glaube in jedem Brautpaar stecken außergewöhnliche  Bildideen, die einfach umgesetzt werden sollten. So entstehen Hochzeitsfotos über die die Urenkel noch schmunzeln werden.


Links zu den Zeitungsartikeln:

Fotograf sucht Liebespaar

Wir sind das Marry-me-Paar

Marry-me-Paar trifft Fotografen

Marry-me-Paar hat sich getraut

4 Kommentare für “Trash the dress – ein außergewöhnliches Hochzeitsshooting”

  1. Heiko Döhrling

    Hi Thomas , hast du Super umgesetzt mit den beiden ,Glückwunsch zu den schönen Fotos „Trash the dress“ ist immer wieder was besonderes habe da ja auch so einige Erfahrung zu gemacht.
    LG Heiko

    Antworten

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